ERP WAR GESTERN – IST DOP HEUTE UND MORGEN?


Marloes Vriend and Alexander Haupt - 22. März 2022 - 0 Kommentare

Laut Forschungsunternehmen werden aktuell ca. 50 % der Handelsunternehmen eine digitale Lösungen erwerben, aktualisieren oder weiterentwickeln. Vor allem ERP-Systeme werden z.Z. kritisch betrachtet. Das liegt daran, dass ERP-Systeme ein entscheidender Teil eines Unternehmens sind. Sie bewegen sich jedoch oft zu langsam, sind nicht intelligent und zu komplex für die Realitäten und Kundenerwartungen der digitalen Welt in Zeiten von Unified Commerce.

Was also tun mit einem veralteten ERP? Vor allem unter dem Gesichtspunkt „Never change a running system“, was für viele ITler das absolute Dogma ihres Handelns ist. Die Auswahl und Implementierung eines neuen It System ist immer ein schwieriges, langfristiges und teures Unterfangen. Über 50 % der Implementierungen scheitern beim ersten Mal. Eine enorme Zeit- und Geldverschwendung, ganz zu schweigen von den Frustrationen, die eine unternehmsübergreifende ERP-Implementierung mit sich bringen wird.

Aber gibt es eine andere Möglichkeit? Gibt es ein System, das ERPs ersetzen kann und das die offentsichlichen ERP-Nachteile überwindet? Forrester möchte Ihnen dazu die Digital Operations Platform vorstellen:

Digitale Initiativen scheitern ohne die richtigen Betriebssysteme und Prozesse, und viele Enterprise-Resource-Planning-Initiativen (ERP) haben ihre Versprechen nicht gehalten.
Heute sehen wir den Beginn einer neuen Ära von Betriebssystemen, die so unterschiedlich sind, dass die Bezeichnung ERP keinen Sinn mehr macht. Wir nennen sie die Digital Operations Platform (DOP) – Forrester

Was ist ein DOP und warum wird es die ERPs ersetzen?

Eine Digital Operations Platform ist eine zentrale Lösung, die verwendet wird, um alle Datenströme im Zusammenhang mit Back-Office-Operationen zu vereinheitlichen und zu zentralisieren. Mit einem DOP wird im gesamten Unternehmen eine geschlossene Feedbackschleife geschaffen, um Kunden- und Mitarbeitererlebnisse zu verbessern.

Ähnlich wie bei ERP wird es zum Hauptknotenpunkt für wichtige Vorgänge wie Auftragsmanagement, Lieferkettenmanagement, Kundenmanagement und mehr. DOPs sind jedoch viel besser für moderne Unternehmen geeignet.

Anhand der 4 wesentlichen Kriterien

  1. Flexibilität,
  2. Implementierung,
  3. Automatisierung und
  4. Commerce Funktionen

zeigen wir auf, warum es an der Zeit ist, ERPs hinter sich zu lassen und sich stattdessen für einen DOP zu entscheiden.

1. ERP vs. DOP: Flexibilität

44 % der Unternehmen geben an, dass ihr ERP unflexibel ist.
In modernen Unternehmen müssen Betriebssysteme flexibel sein, um sich an Veränderungen in der Handelslandschaft anzupassen. Sie müssen in der Lage sein, wichtige Betriebsprozesse einfach zu ändern, bei steigendem Verkaufsvolumen zu skalieren, neue Vertriebskanäle hinzuzufügen (Stichwort Omnichannel) und Arbeitsabläufe entsprechend zu ändern.

Außerdem müssen ERPs in der Lage sein, sich mit anderen Systemen (OMS, WMS, CRM, CEP, PIM und mehr) zu verbinden, um die beim Handeln erforderlichen Vorgänge (wie Omnichannel-Auftragsverwaltung, Bestandsverwaltung, Lagerverwaltung) zu ermöglichen.

Leider sind die meisten ERPs nicht in der Lage, dies angemessen zu tun, was dazu führt, dass Unternehmen entweder ihre Prozesse an das ERP anpassen oder das ERP anpassen, was beides viel Zeit und Geld kostet. Ganz zu schweigen, das jedes Customizing das ERP weiter unflexibel macht, weil jedes Hersteller Upgrade unendlich teuer wird.

 

Wie soll ein DOP das beheben?

DOPs sind so konzipiert, dass sie flexibel und skalierbar sind.

Der Zweck eines DOPs besteht darin, alle Arten von Datenströmen zusammenzuführen, ob aus Vertriebskanälen, WMS, PIM oder CRM/CEP. Es unterstützt jeden Workflow mit diesen Daten, vereinheitlicht sie und kombiniert sie, um jeden Vorgang unabhängig von der Komplexität zu ermöglichen. Da alle Datenströme auf einer zentralen Plattform verwaltet werden, können sie außerdem leicht angepasst werden.

Die Skalierung Ihres Unternehmens mit einem DOP ist einfach. Im Gegensatz zu ERPs ist seine Technologie darauf ausgelegt, große Datenmengen zu unterstützen, einschließlich Bestellungen und Bestandsbewegungen. Auch das Hinzufügen neuer Vertriebskanäle oder Software von Drittanbietern ist einfach, da sie zu bestehenden Workflows hinzugefügt oder unterwegs konfiguriert werden können.

2. ERP vs. DOP: Implementierung

Zeit ist Geld, aber 74 % der ERP-Projekte dauern länger als erwartet und 64 % der ERP-Projekte überschreiten das Budget.

Wir werden nicht lügen: Ein altes ERP zu ersetzen ist schwierig. Ein altes ERP durch ein anderes ERP zu ersetzen, ist jedoch ein regelrechter Alptraum!

Standardmäßig ist ein ERP in viele verschiedene (wenn nicht sogar in fast alle) Teile des Geschäftsbetriebs eingebettet. Oft werden benutzerdefinierte Verbindungen zwischen Systemen hergestellt, benutzerdefinierte Workflows verwendet und verschiedene Abteilungen verwenden das ERP auf unterschiedliche Weise. Und ein neues ERP unterstützt nicht alle diese Anforderungen von Haus aus, es muss customized werden.

Dies bedeutet, dass vor dem Wechsel zu einem neuen System viel Zeit darauf verwendet werden muss, neue benutzerdefinierte Funktionen zu erstellen, zu testen, ob Workflows korrekt konfiguriert sind, viele verschiedene Benutzer gleichzeitig in der Verwendung des neuen ERP zu schulen und so weiter. Dies macht ERP-Austausch- oder Ersatzprojekte langwierig und sehr kostspielig.

 

Wie soll ein DOP das beheben?

Durch und mit agilen Implementierungen

Das Gute an einem DOP ist, dass es schrittweise eingeführt werden kann. Ein DOP vereinheitlicht Datenströme, aber das bedeutet nicht, dass alle Datenströme auf einmal implementiert werden müssen. Bei der Installation eines DOP werden zuerst die wichtigsten Systeme und Daten verbunden, um nur bestimmte Vorgänge zu unterstützen. Der DOP kann mit der Verwaltung Ihres Betriebs beginnen, während unterwegs neue Komponenten hinzugefügt werden.

Es kann sogar mit Ihrem alten ERP zusammenarbeiten, sodass Sie alle Vorgänge korrekt einrichten können, bevor Sie sie vollständig in das DOP verschieben.

Dies bedeutet, dass Sie viel flexibler in der Planung von Zeit, Kosten und Schulung Ihrer Mitarbeiter sein können.

3. ERP vs. DOP: Automatisierung

92 % der Unternehmen müssen immer noch irgendeine Form manueller Maßnahmen ergreifen, um Daten zwischen Plattformen auszutauschen.

Viele ERPs sind nicht in der Lage, sich in die im Handel benötigte Software von Drittanbietern zu integrieren (denken Sie an OMS, WMS, CRM, BI und mehr). Das bedeutet, dass betriebliche Arbeitsabläufe nur durch manuelle Datenübernahmen zwischen den Systemen erleichtert werden können. Manuelle Datenübertragungen sind ein Problem, wenn es um das Betriebsmanagement geht. Es kostet viel Zeit und führt zu Fehlern. Fast die Hälfte aller Unternehmen verwendet Tabellenkalkulationen, um Daten zu übertragen und zu analysieren, die manuell aus dem ERP gezogen wurden.

Neben manuellen Fehlern führen diese Praktiken zur Bildung von Datensilos, wodurch Daten im gesamten Unternehmen verteilt werden. Wenn verschiedene Teams mit unterschiedlichen Datenquellen arbeiten, verpassen sie Möglichkeiten, Daten zu kombinieren und Prozesse entsprechend zu optimieren.

 

Wie soll ein DOP das beheben?

Vollständige Datenautomatisierung

Ein DOP stellt sicher, dass alle Datenströme vereinheitlicht und für die Automatisierung verfügbar sind. Das bedeutet, dass Daten verwendet werden können, um jeden operativen Handelsablauf einzurichten, der mit diesen Daten möglich ist. Manuelle Datenübertragungen gehören der Vergangenheit an, manuelle Fehler auch!

Außerdem müssen Ihre Teams nicht mehr mit Excel-Tabellen arbeiten und können auf alle Arten von Daten zugreifen, die sie zur Verbesserung der betrieblichen Prozesse benötigen.

4. ERP vs. DOP: Commerce Funktionen

ERPs sind nicht für den Handel gemacht: Nur 4 % der ERPs unterstützen Omnichannel!

Ein oft gehörter Kampf basiert auf der Tatsache, dass viele ERPs nicht für den Handel entwickelt wurden. ERPs können in vielen verschiedenen Arten von Unternehmen eingesetzt werden. Der Handel erfordert jedoch aufgrund von Kundenanforderungen, Multi-Channel-Verkäufen und Multi-Inventar-Standorten viele spezifische Vorgänge.

Vorgänge, die unterstützt werden müssen, können Folgendes umfassen:

  • Online kaufen und im Geschäft abholen (Click and collect)
  • Lieferung aus verschiedenen Lagern
  • Sendungen aufteilen
  • Sendung stornieren
  • Bestandsausgleich
  • Abonnements
  • und, und, und

Leider werden diese nicht oft von ERPs standardmäßig unterstützt. Diese Funktionen müssen entweder kundenspezifisch entwickelt oder manuell verwaltet werden. Was noch schlimmer ist, in einigen Fällen können die oben genannten Vorgänge überhaupt nicht unterstützt werden, sodass Händlern keine andere Wahl bleibt, als auf ein anderes System umzusteigen.

 

Wie soll ein DOP das beheben?

Entwickelt für Commerce-Workflows

Marello DOP ist eine digitale Betriebsplattform, die speziell für den Handel entwickelt wurde. Es unterstützt alle Prozesse, die für großartige Handelserlebnisse erforderlich sind. Mit einem DOP können Sie jeden gewünschten Workflow für jede Art von Handelsoperation installieren. Einige Beispiele:

Richten Sie mehrere Abholpunkte für Ihre Produkte ein, sei es im Geschäft, bei der Post oder an einer Abholstation. Senden Sie Bestellungen von mehreren Standorten aus, z. B. Lagerhäusern, Lieferanten (Streckengeschäft) und stationären Geschäften.

Stellen Sie eine Verbindung zu Ihren Lieferanten her und versenden Sie Artikel direkt an Kunden. Haben Sie immer genügend Lagerbestand auf Lager, gleichen Sie den Lagerbestand zwischen den Vertriebskanälen entsprechend der Nachfrage aus.

Haben Sie abonnementbasierte Produkte? Kein Problem! Senden Sie sie zu festen Zeiten und richten Sie regelmäßige Zahlungen ein. Es gibt viele weitere Beispiele, in denen ein DOP sofort einsatzbereite Handelsfunktionen bietet, die mit einem ERP nicht möglich wären.

Ergo; Ist DOP das neue ERP?

Zunächst einmal sollte ein DOP nicht als ERP angesehen werden. ERPs bewältigen, wie oben erwähnt, viele Probleme. DOPs haben diese Probleme nicht geerbt. Stattdessen sind sie gebaut, um sie zu überwinden. Daher sollte ein DOP als großartige Alternative zu einem ERP angesehen werden.

Zweitens ist es gut zu wissen, dass DOPs nicht alle Funktionen bieten, die ein ERP bietet. Häufig sind Funktionen wie Buchhaltung, Personalwesen und Fertigung nicht enthalten. Aufgrund der flexiblen Architektur können diese jedoch problemlos hinzugefügt werden (Best-of-Breed-Ansatz). Wir werden dies in einem zukünftigen Blog erklären.

Sollten Sie also ein DOP einem neuen ERP vorziehen? Absolut! Es wird Ihnen Zeit, Geld und Frust ersparen! Außerdem erhalten Sie viele weitere Vorteile, darunter eine besser verwaltbare Plattform, keine Datensilos mehr und zufriedenere Kunden!

Ist das Thema interessant für Sie?

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Marloes Vriend Portrait
Marloes Vriend
Marketing and Communications Manager at Marello DOP | weitere Beiträge

Marloes Vriend is Marketing and Communications Manager at Marello DOP. Her background in digital media (MA Mediastudies, Erasmus University, Rotterdam NL) drives here enthusiasm for anything digital. She regularly writes blogs about commerce and is always up to date with the latest B2C and B2B trends. You might also know Marloes as a speaker on various commerce events and in webinars. Do you have questions about Unified Commerce, Digital Operations Platforms, or other commerce topics? Feel free to reach out to her, she’s happy to help.

Alexander Haupt
Gründer & Solution Architekt | weitere Beiträge

Alex ist seit 20 Jahren in der digitalen Commerce Welt als Entwickler, Product Owner und Solution Architekt unterwegs. Er ist Gründer der agens.digital und Shopware Experte der ersten Stunde. Gemeinsam mit Kunden und dem Team realisiert er perfekte Ökosysteme von Digital Commerce Lösungen.

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